
Winterweizen
Winterweichweizen (Triticum aestivum) ist unter den Druschfrüchten die Kultur mit dem größten Anbauumfang im ökologischen Landbau in Deutschland: zusammen mit Dinkel und Einkorn lag die Anbaufläche bei etwa 135.300 ha im Jahr 2025. Das entspricht rund 16 Prozent der ökologischen Ackerfläche. Winterhartweizen (Triticum durum), der vornehmlich zur Herstellung von Teigwaren verwendet wird und trockeneres Klima bevorzugt, wurde demgegenüber auf 1.200 ha und damit 0,1 Prozent der Öko-Ackerfläche angebaut.
Bedeutende agronomische Parameter, in denen sich die Sorten unterscheiden, sind die Winterfestigkeit, Pflanzenlänge und Standfestigkeit sowie der Reifezeitpunkt und die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Hier sind speziell Mehltau, Blattseptoria, DTR, Gelbrost, Ährenfusariosen, Spelzenbräune und Flugbrand zu nennen. Im ökologischen Landbau sind der Steinbrand und Zwergsteinbrand die bedeutendsten Krankheitserreger, deren Auftreten mit dem Anbau von resistenten Sorten reguliert werden kann. Für den ökologischen Anbau ist auch die Konkurrenzkraft gegenüber Beikraut ein wichtiger Parameter.
Neben den Qualitätsparametern Fallzahl, Rohproteingehalt, Sedimentationswert, Volumenausbeute ist zudem der Feuchtklebergehalt ein wichtiges Qualitätskriterium im ökologischen Landbau. Beim Hartweizen sind neben der Fallzahl und dem Rohproteingehalt die Parameter Glasigkeit und Gelbpigmentgehalt wichtige Sorteneigenschaften.
Das Bundessortenamt nimmt auf Basis der Qualitätsparameter eine Einstufung der Sorten in verschiedene Qualitätsstufen vor:
E: Eliteweizen
A: Qualitätsweizen
B: Brotweizen
C: sonstiger Weizen (Futterweizen)
Die qualitätsbetonten Weizensorten zeigen meist ein geringeres Ertragsniveau.
Eine Besonderheit im ökologischen Landbau ist der Anbau von Populationen. Im Gegensatz zu Sorten sind Populationen genetisch divers und heterogen. Der Vorteil liegt in einer besseren Anpassungsfähigkeit an Umweltbedingungen und damit in einem geringeren Risiko für einen Ertragsausfall. Der Anbauumfang von Populationen ist jedoch noch sehr gering.